Die Spezies der CyBorgs

Weltraum-Zwerge, Industrialisten

Die Cyborgs sind zwar technologisch fortschrittlich, jedoch gänzlich unwissenschaftlich. Ihre Philosophie lautet Masse statt Klasse und so lösen sie jedes Problem mit schierer Kraft. Cyborgs verabscheuen den tiefen Raumflug. Sprünge von einem System ins nächstgelegene sind das höchste der Gefühle, allerdings innerhalb eines Systems pflegen sie ausgiebigen Verkehr in ihrem Bestreben, jedes noch so kleine Quentchen verwertbaren Minerals zu erschließen. Die Techniken, die dabei eingesetzt werden, sind einfach, robust und zuverlässig, dabei aber auch wenig subtil. Liegt ein Mineral sehr tief und kann man nicht zuverlässig schachten, wird die darüberliegende Erdkruste halt großräumig abgetragen. Umweltschutz ist ein Konzept, zu dem Cyborgs nur bedingt Zugang haben. Ebenso steht es um die Vermeidung von Strahlung oder Verseuchung. Da Cyborgs eine sehr hohe Resistenz gegen Strahlung, Gift und Krankheiten haben, ist allen nicht-Cyborgs in ihrem Umfeld dringend angeraten, entsprechende Schutzkleidung anzulegen.

Die Cyborgs sind eine biologische Lebensform mit dem besonderen Merkmal, ein sehr tolerantes Immunsystem zu haben. Es ist sehr leicht, in ihren Metabolismus Fremdkörper wie Implantate zu integrieren. Außerdem ist ihr Nervensystem enorm anpassungsfähig und stellt sein Wachstum nicht zwangsläufig nach Erreichen der adulten Phase ein. Tritt ein Verletzungs-Szenario ein, wachsen auch Nervenzellen schnell wieder nach. Nicht nur das, die Vernetzung dieser und benachbarter Zellen wird stark angeregt, sodaß die neuen Zellen zu einer Art 'Neuverkabelung' führen, welche die veränderte Körperkonfigurierung perfekt anpaßt.

Ein Cyborg-Gehirn lernt so sehr schnell und umfassend, mit neuer Hardware umzugehen.

Cyborgs sind Technologen und Ökonomen. Ästhetik, Wissenschaft und Kultur interessiert sie nur wenig, Technik und Ressourcen dafür umso mehr. Sie sind immer auf der Suche nach Rohstoffquellen und Energie. Seit ihrem Kontakt mit den Menschen, haben sie das Prinzip der Wirtschaft für sich entdeckt. Natürlich setzen sie es nicht untereinander um, denn das würde zu Ineffizienz führen. Es stellt jedoch eine gute Methode dar, Ressourcen von anderen Parteien zu erlangen. Cyborgs sind daher auch oft Geldorientiert im Umgang mit nicht-Cyborgs. Kampfhandlungen oder Krieg gibt es selten und auch nur mit nicht-Cyborgs. Besonders in der Anfangsphase gab es viele Konflikte mit den Menschen, bis man lernte, die Ansichten des jeweils anderen zu verstehen.

Physisch:

Cyborgs sind eine grobknochige, humanoide, sauropode Spezies. Große Teile ihrer Körper sind von umfangreichen Implantaten und Gerätschaften bedeckt. Ihre Haut ist grobporig, zäh und dick. Ihr Gesicht weist deutlich reptilische Züge auf, ansonsten sind sie sehr menschenähnlich. Ihre Körperhaltung ist aber etwas geduckt, deshalb wirken sie auch etwas kleiner und gedrungener als Menschen. Sie tragen nur funktionale Kleider, niemals dekorative - ihnen fehlt jedes Verständnis für Kunst und Ästhetik. Die Farbe ihrer Haut reicht gelb und orange bis grün und braun.

Cyborg pflanzen sich nicht (mehr) geschlechtlich fort, sondern durch eine Art Klonen, ein Umstand, der häufig zu Anfeindungen und Mißverständnissen führt, da genetisches Splicen im Gildenraum nicht ohne Bedenken gesehen wird. Wird ein neues Individuum in absehbarer Zeit gebraucht, wird eins aus einem Pool genetischer Informationen rekombiniert und geklont. 'Frische' Cyborgs durchlaufen keine echte Kindheit, ihr Nervensystem, Gehirn und damit auch ihre Psyche wird im Zeitraffer künstlich trainiert, während der Körper in kurzer Zeit heranwächst. Man kann das mit einer Art Traum vergleichen, in dessen Verlauf der neue Cyborg alles notwendige lernt und seine Persönlichkeit entfaltet (böse Zungen könnten jetzt sagen: viel Persönlichkeit sei da ja eh nicht zu entwickeln). Nach ein paar Jahren ist die Gesellschaft um einen ausgebildeten, wenn gleich unerfahrenen Cyborg reicher.

Ihre Implantate stärken ihre ohnehin schon beachtlichen körperlichen Fähigkeiten und verleihen ihnen eine unvergleichliche Robustheit. Obgleich sich ihre Gehirne mit einer Unzahl von Maschinen und Geräten vernetzt, haben sie nichts von den zombiehaften Drohnen antiker Literatur. Jeder Cyborg ist ein Individuum mit eigenen Gedanken, Plänen und Ansichten, manche besitzen sogar einen bescheidenen - wenn auch bisweilen gewöhnungsbedürftigen - Sinn für Humor. Ihre Psyche bleibt jedoch dominiert von Gedanken der reinen Zweckmäßigkeit und Ökonomie. Durch den Klonprozeß und die Implantate gerät der Körper auf lange Sicht unter großem Streß, was sich in einer geringen Lebenserwartung niederschlägt. Cyborgs werden in der Regel nicht älter als 50 bis 60 Jahre.

Kulturell:

Wie gesagt, die Cyborg leben nicht in einem Kollektiv. Ihr Dasein wird von Logik und Notwendigkeit bestimmt, selbst ihre '*Geburt' (Cyborgs werden stets nach Bedarf der Gemeinschaft hergestellt). Sie leben in Gruppen zwischen einem Dutzend bis ein paar hundert Personen mit einer klaren Aufgabe und Zielgebung. Eine Cyborg-Gesellschaft (= Stadt) besteht aus mehreren dieser Gruppen und hat ebenfalls eine klar umrissene Aufgabe. Rangeleien unter Cyborgs kommen selten vor, da es schlicht unlogisch ist, darauf Zeit und Energie zu verschwenden. Allerdings rivalisieren die Individuen untereinander durchaus sehr stark, was zu häufigen 'Vergleichen' kommt, in denen die Einzelnen ihren Wert unter Beweis stellen können. Solche Vergleiche finden stets konstruktiv statt, also schlagen die sich nicht, sie arbeiten um die Wette.

Ihre Gesellschaft im Ganzen regiert sich quasi von selbst, da allen die Ziele des Volks als Ganzes bewußt sind und alle darauf hinarbeiten. Verbrechen im weiteren Sinne sind ihnen fremd, allerdings auch das Empfinden dafür, daß man manche Dinge, die machbar sind und vorteilhafte Ergebnisse erzielen, besser nicht tun sollte, wie zB an Bord einer Raumstation die Reaktorverkleidung der Hauptquelle entfernen, um mit der austretenden Strahlung die eigenen Isotopenbatterien aufzuladen. Ansonsten kann man einen Cyborg aber spielen wie jeden handelsüblichen Fantasy-Zwerg: gradlinig, derb und gierig.

Technologisch:

Die Technik der Cyborgs ist in Teilen recht grobschlächtig, sogar primitiv. In anderen Bereichen ist sie dagegen ziemlich fortschrittlich. Die Bioimplantate der Cyborgs lassen zwar die Subtilität retikulanischer Lösungen missen, sind ansonsten jedoch die besten, die man bekommen kann - solange man sich nicht daran stört, ein paar zusätzliche Pfund Metall und Plastik mit sich herumzuschleppen. Überhaupt ist den Cyborgs alles Filigrane fremd. In Sachen Materialkunde und Legierung sind sie jedoch unangefochtene Meister ihres Faches. Auch ihre Technik zur Energieerzeugung und -verwaltung ist den Menschen überlegen und steht allenfalls den Retikulanern nach. Niemand baut bessere technologische Infrastruktur, wie die Cyborgs. Cyborgs verfügen über kaum nennenswerte Technik zum interstellaren Raumflug. ÜLG-Technik beherrschen sie nur rudimentär. Alles darunter haben sie jedoch praktisch zur Gänze ausgereizt. Partikelwaffen und Reaktivpanzerungen sind ihre bevorzugte Ausrüstungstechnologie. Sie breiten sich vergleichsweise langsam über interstellare Entfernungen aus, besiedeln ein System jedoch in atemberaubender Geschwindigkeit. Oft nutzen sie für interstellare Transporte oder Transfers die Dienste der Menschen oder Freihändler.

Der Stil ihrer Konstrukte, Bauten und Ausrüstung ist klobig und zweckorientiert. Er verzichtet größtenteils auf Zierelemente wie Verkleidungen oder Schutzabdeckungen.

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